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Fünf Jahre Papstbesuch in Österreich
Vom 7. bis 9. September 2007 besuchte Papst Benedikt XVI. Österreich
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» Nachlese (Predigten & Reden)
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Vor fünf Jahren - vom 7. bis 9. September 2007 - hat Papst Benedikt XVI. Österreich besucht. Stationen des Besuchs waren Wien, Mariazell und Stift Heiligenkreuz. Mehr als 110.000 Gläubige haben an den Feiern mit dem Papst teilgenommen, rund 1.700 Medienvertreter berichteten rund um die Uhr aus Österreich, und mehr als drei Millionen Zuseher verfolgten die Live-Übertragungen der Gottesdienste aus Mariazell und dem Stephansdom. Eigentlicher Anlass des Besuchs, der unter dem Motto "Auf Christus schauen" stand, war das 850-Jahr-Jubiläum des Marienwallfahrtsortes Mariazell.
Dass die als Pilger- und Pastoralreise angelegte Visite dennoch auch politischen Sprengstoff bot, sollte bereits am ersten Tag sichtbar werden. So sprach Papst Benedikt XVI. am Abend in der Hofburg vor Vertretern des öffentlichen Lebens und des Diplomatischen Corps u.a. das Thema des Lebensschutzes an. Für medialen Wellengang sorgte dabei seine Aussage, Abtreibung müsse weiterhin als "tiefe soziale Wunde" und im Rechtssystem als Unrecht deutlich benannt bleiben. Österreichische Medien legten dies als unmittelbare Kritik an der österreichischen Fristenregelung aus.
Der zweite Tag der Reise stand ganz im Zeichen der Pilgerfahrt nach Mariazell. Bei strömendem Regen hatten sich rund 30.000 Gläubige vor und um die Basilika versammelt, um gemeinsam mit dem Papst und den österreichischen Bischöfen den Jubiläums-Gottesdienste zu feiern. In seiner Predigt unterstrich Benedikt XVI. die europäische Bedeutung Mariazells als "Ort des Friedens und der versöhnten Einheit". Und auch in Mariazell schimmerten wieder die zentralen Herzensanliegen des Papstes durch: die Sorge angesichts einen wachsenden Relativismus, der einhergehe mit dem Verlust des Sensoriums für die Wahrheit.
Dicht gedrängt präsentierte sich schließlich auch der letzte Tag des Besuchs: Benedikt XVI. feierte zunächst im Wiener Stephansdom einen Gottesdienst. Dabei rief er zur Unterstützung der "Allianz für den Sonntag" auf und erinnerte an den Wert und die Bedeutung des freien Sonntags. Ohne Liturgie werde dieser allerdings "zur leeren Zeit", so die Mahnung des Papstes. Die freie Zeit brauche "eine Mitte - die Begegnung mit dem, der unser Ursprung und Ziel ist".
Am Nachmittag besuchte Benedikt XVI. schließlich das Zisterzienserstift Heiligenkreuz im Wienerwald, wo er die Klöster und Stifte als "Oasen geistlicher Kraft" würdigte. An die Gläubigen appellierte er dabei: "Nehmt Eure Stifte und Klöster als das wahr, was sie sind und immer sein wollen: nicht nur Kultur- und Traditionsträger oder gar bloße Wirtschaftsbetriebe. Struktur, Organisation und Ökonomie sind auch in der Kirche notwendig, aber sie sind nicht das Wesentliche." Abschließend plädierte Benedikt XVI. noch im Wiener Konzerthaus für eine Erneuerung des Ehrenamtes.

